Ethno-Ecke

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Die Volkstracht von Vrlika

Sie ist nicht nur ein Segment mit höchstem Wiedererkennungsfaktor des gesamten ethnographischen Erbes, sondern auch Teil der Geschichte. Und so dauert dies jahrhundertelang. Es reihen sich Fäden, Farben mischen sich, bis tief in die Nacht wird gewoben und gebunden um alles zum Schluss in eine einzigartige Tracht zu verschmelzen für Mann und Frau, Mädchen und Kinder, eine Tracht die ein unausbleiblicher Teil aller Feierlichkeiten und wichtiger Ereignisse, kirchlicher als auch säkularer, ist.

Die Volkstracht von Vrlika schaffte es durch außerordentliche Qualität die stilistischen Merkmale des mittelalterlichen, kulturellen Inventars und der Tradition zu bewahren. Seinen ruhigen, statischen Formen nach beschreibt die polychromatische Stickarbeit die dichte Verziehrung, die der auf der altkroatischen Steinplastik ähnelt, und die beliebten Schmuckformen entsprechen fast im Ganzen den Gefundenen in der alten Ortschaft Vrh Rike, sodass wir durchaus bestätigen können, dass die Tracht aus Vrlika die Grundmerkmale des altkroatischen Kulturerbes in die Volkstradition der Neuzeit herausholte, dadurch diese am Leben erhielt bis zum Ende des zweiten Jahrtausends.

Die Behüter des Jesus-Grabes

Dieser Brauch wurde nicht nur eine kirchliche Veranstaltung sondern auch geschichtliches und kulturelles Erbe des kroatisch-katholischen Volkes der Gegend von Vrlika. Hierbei geht es um ein tiefes, religiöses Gefühl und der Hingabe des Behütens des heiligen Leibes Jesu Christi im Zeitraum von der Niederlegung ins Grab bis zur Auferstehung.

Die gesamte Vorgehensweise des Bewahrens des Grabes von Christus läuft in einer strengen und ernsten Atmosphäre ab, in traditionellen Volkstrachten der Gegend von Vrlika, mit traditionellen Waffen, mit denen die Menschen aus Vrlika jahrhundertelang ihr Heim und ihren heiligen katholischen Glauben und ihre Prinzipien verteidigten.

Die robusten jungen Männer und die kräftigen Ehemänner verschönern das Sakrament des Leidens und Todes, Osterns und des Sieges. Ihren Dienst beenden sie nach der Ostermesse, wenn sie vor der Kirche einen Volksreigentanz tanzen als Symbol des Sieges des auferstandenen Christus über das Böse und die Sünde.

Der Reigentanz von Vrlika

Im November 2011 setzte UNESCO den stummen Reigentanz auf die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Dies ist ein geschlossener (nicht unbedingt) Reigentanz und wird ohne Musik ausgeführt, obwohl ihm vokale und instrumentale Ausführungen vorausgehen oder auch folgen können. Heute wird er meistens vor kirchlichen Feierlichkeiten oder bei Festivalen aufgeführt.

In dem Opernstück Ero der Schelm, des Komponisten Jakov Gotovac und des Autors Milan Begovićs wurde ein Teil des Reigentanzes von Vrlika miteingebaut, vertont und angepasst dem musikalischen Stück, dessen Teil er ist. In der Oper selbst werden der Musikrhythmus und die Stimmen der Sänger dem Rhythmus einer der Variationen des Reigentanzes angepasst.

Der Ojkavica

Den Worten von Experten nach ist das „Ojkanje“-Singen Überrest des frühslawischen, balkanischen Singens vom Gebiet des antiken Dalmatiens (heutiges Dalmatien, Bosnien und Herzegowina und Montenegro), das die Kroaten erbten und bewahrten. Das Komitee von UNESCO für immaterielles Weltkulturerbe setzte 2010 den Ojkanje-Gesang auf die Liste bedrohten immateriellen Welterbes.

Die Ojkavica wird von einem Sänger alleine oder unter Begleitung einer zweiten Stimme gesungen, die im Moment des „Schüttelns“ auf dem längeren, begleitendem Ton liegt. Die zweistimmige Ojkavica oder Ojkanje wird auf dem Gebiet zwischen den Flüssen Krka und Cetina, in Vrlika, Kijevo, im Hinterland von Drniš und Šibenik gesungen.

Die Ojkavica wurde erhalten geblieben dank organisierter Gruppen von lokalen Volkssängern, die die Tradition des Ojkanje-Gesangs bei Dorffeierlichkeiten in Kroatien aber auch weltweit singend weiterübertrugen. Heute wird der Ojkanje-Gesang mündlich bei organisierten Folklorgesellschaften übertragen und unterrichtet aber auch durch moderne Audio- und Videomedien.

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